Zur politischen Strategie der NWO-Bewegung Silvio Gesells.


I. „Auf den letzten 100 Metern muss geschossen werden!“ soll Silvio Gesell gesagt oder geschrieben haben. (Ich könnte es von Hans Schumann gehört oder bei ihm gelesen haben.) Der Antimilitarist Gesell und die meisten seiner Anhänger hielt/hielten/halten die Demokratie zwar nicht für die idealste Staatsform, besonders nicht in der Form der existierenden Geldherrschaft mit Scheindemokratie. Doch bejahte/n er/sie diese als weniger gefährlich. (Wo äußerte sich Gesell darüber ?) Für die Verwirklichung seiner Ideen in einer Demokratie, in der Gesetze, auch solche über das Geld, letztlich von den Parlamenten beschlossen werden – auch wenn hinter den parl. Kulissen die Geldgewaltigen ihre Interessen (heute noch) durchsetzen, übersetze ich Gesells Äußerung: Auf den letzten 100 Metern ist um die Stimmen der WählerInnen zu ringen. Die Bürgerinitiative A3W – ALTERNATIVE DRITTER WEG hält Wahlbeteiligungen zum richtigen Zeitpunkt durchaus für gut. Auf Grund der gegenwärtigen Schwäche der Gesamtbewegung hält sie das mit einigen Erfolgsaussichten nicht vor 30, 20, 10 Jahren für möglich. In dieser, durch Aktivitäten der Anhänger zu verkürzenden Zeit, ist erst eine breite Volksbewegung für die Ziele der Geld-, Boden- und Steuerreform zu entwickeln – und das kann bei zunehmender Parteienverdrossenheit als Bürgerinitiative evtl. leichter gehen, denn als Partei. Eine BI kann auch „begrenzt“ auf Regierungen, Parteien und ihre Anhänger einwirken, was einer Partei außerhalb des Parlaments eher verschlossen ist, weil andere Parteien Stimmenraub wittern.. Und gerade dagegen errichteten sie die 5%-Mauer.

Diese Überlegungen sprechen zunächst stärker für den Aufbau als BI - Bürgerinitiative. Das schließt Übungsversuche, wie in Berlin, nicht aus. In Ländern geht das nur als Partei. Lediglich das Europa-Wahlgesetz lässt SONSTIGE POLITISCHE VEREINIGUNGEN – SPVs zu. Zwar gibt es auch hier die 5%-Mauer. Aber zur Teilnahme genügen 4000 Unterschriften. Bei der Berlinwahl wurden über 2000 gebraucht, ähnlich bei anderen Landtagswahlen. In Niedersachsen brauchten wir 1977 als GLU (GRÜNE LISTE UMWELTSCHUTZ sogar 99x100 Unterschriften, in jedem Wahlkreis 100. Für die Bundestagswahl brauchte die HWP, um überall wählbar zu sein 16 x ca. 2000 Unterschriften. Schafft sie das in der Hälfte, wäre das ein großer Anstrengungserfolg!

2009 käme dafür nur die HWP in Betracht. Die zweite NWO-Partei, BZ – BÜNDNIS für die ZUKUNFT ist dazu nicht in der Lage. Es wurde 2000 - 2002 (?) von kritischen Grün-Wählern und Ex-Grünen aus dem NWO-Lager gegründet, als mit Umbenennung der FSU in HWP (2001 (?) nur einige Vertreter rechter Tendenzen aus der FSU/HWP schieden, jedoch mit der Umbenennung keine Aufarbeitung rechter Tendenzen in der FSU verbunden war. Parallel zur Gründung des BZ lief die Bildung der Bürgerinitiative A3W ab, die aus den schon genannten Erwägungen gegenwärtig die Arbeit als BI der Arbeit als Partei vorzieht.

Im Bereich der NWO- Aufklärung ergänzen sich mehrere Gruppen , spezialisiert auf bestimmte Bevölkerungsschichten, derzeit CGW, INWO und A3W. Insofern besteht kein Konkurrenzverhältnis unter ihnen – dabei reicht A3W mit seinen politischen Komponenten über eine Aufklärungsgruppe hinaus, kann jederzeit Parteicharakter annehmen oder sich mit Parteien verbünden. Zwischen zwei NWO-Parteien herrscht Konkurrenz in der Gewinnung von Mitgliedern und später Wählern. Die politische Strategie von A3W wird bereits von Mitgliedern der CGW, der INWO, aber auch der HWP und der GRÜNEN akzeptiert. NWO-Anhänger gibt es auch unter Mitgliedern der PDS und WASG, weniger auch in CDU, FDP, SPD.

Beide NWO-Parteien sollten miteinander sprechen, ob es nach dem Generationenwechsel im Bundesvorstand auf dem Oktober-Parteitag der HWP – Sprecher ist jetzt der Berliner Thomas Klünner – noch grundlegende Differenzen hinsichtlich rechter Tendenzen der Alt-FSU gibt. Da die BZ-Leute politisch sehr aktiv sind, dürfte das von Gewicht für die HWP, vor allem gegen evtl. Wiederaufleben rechter Tendenzen sein. Das ist mit ein Grund für A3W diesen Prozess zu fördern, denn das liegt im Gesamtinteresse der NWO-wegung.

II. Bei der Berliner Wahl sprengte die dortige HWP das bisherige Programm.

Es bezog sich nur auf Geld- und Boden und machte die HWP zu einer Zwei-Punkte Partei. Fehlende Gesellschaftspolitik machte sie daher erneut für rechte Tendenzen anfällig und für Leute aus rechten Szenen anziehend. Das ist, soweit ich beobachte, nicht eingetreten. Vielmehr zeigt das Berliner Programm – s. Nr. 58, dass es keine rechten Tendenzen enthielt und die HWP durchaus auch für Leute aus ökologisch, friedens-, frauenpolitisch, linksliberalen Zusammenhängen anziehend und wählbar darstellte, wenn sie davon erfahren hätten. Der Entwurf für´s neue Bundesprogramm entsprach dem Berlin-Programm. Ich gehe davon aus, dass es in etwa angenommen wurde. Es signalisiert eine Bündnisbreite, die wir (Hildesheimer Gruppe liberalsozialer Dritter Weg) 1977 mit unserem ersten Aufruf für ein Bündnis zur Wahl 1980 anstrebten, vom damaligen linken Rand der SPD, verkörpert durch Jochen Steffen (Schleswig-Holstein) bis hin zum wertkonservativen CDU-MdB und Ökologen Dr. Herbert Gruhl. Ein solches Bündnis vom Sozialflügel der CDU, bis ins Herz der Sozialdemokratie und Gewerkschaften, über das grüne Lager bis zur PDS/WASG/LINKEN ist auf dem Boden der liberalsozialen Geld-, Boden- Steuerpolitik durchaus machbar. A3W strebt es an, wenn diese Lager mit der Politik der großen Koalition immer unzufriedener werden, weil diese die heutigen Probleme ebenso wenig lösen kann wie vorher rot-grün. Zwar sind zunächst noch Wähler an GRÜNE und an LINKE abzugeben, weil dort noch auf Lernprozesse vertraut wird – und die Liberalsozialen in den GRÜNEN treten dort auch (noch) für Lösungen im NWO-Sinne ein. Diese Lager sind dann für eine NWO-Politik erreichbar, wenn wir in A3W – HWP/BZ, also in den politischen Gruppierungen der NWO-Bewegung, nicht nur die Sachlösungen im Ökonomischen, Ökologischen, Friedensbereich offerieren, sondern auch eine linksliberal geprägte Gesellschaftspolitik, wie sie im Berliner Programm der HWP bereits erkennbar war. Unsere linksextre-mistischen Gegner (Jutta Ditfurth. Peter Bierl, „Konkret“, „junge welt“ u.a.) erreichen mit ihren Angriffen gegen die NWO-Bewegung – erfolgreich für sie und politisch nahezu tödlich für uns, über linke Medien durchaus Hunderttausend und mehr Leser, während alle NWO-Medien derzeit nicht einmal 5000 Auflage haben- Ob diese Leute uns weiter in einer rechten Ecke verorten können, hängt, je mehr HWP an Wahlen teilnimmt und dadurch ihr bevorzugtes Angriffsziel wird, weitgehend von den Reaktionen der HWP auf diese Angriffe und noch weiter davon ab, ob sie entgegen rechten Lasten aus der Geschichte nicht nur der FSU, sondern der Bewegung insgesamt, bei der ständigen Weiterentwicklung des Programms und in ihrer täglichen Politik, in der Stellung zum NS-System und zum Widerstand gegen die NS-Politik, in der politischen Bündnispolitik, in der Ausländer-, Zuwanderungs- und Asylpolitik, aber auch in der Internationalisierung der Rohstoffe offensiv eine Politik entwickelt und vertritt, wie sie allein dem weltoffenen, übernationalen Geist Silvio Gesells entspricht.

Der neue Vorstand der HWP wäre gut beraten, wenn er aus Anlass einer Wiederkehr der Machtübernahme Hitlers in einer Erklärung die Unvereinbarkeit der NS-Politik mit der Freiheitsidee des von Gesell vertretenen, international orientierten Liberalsozialismus, insbesondere den Gegen-satz der wissenschaftlichen Zinskritik Gesells mit der rassistischen Zinskritik der NSDAP und der unmensch-lichen Politik des NS-Systems feststellen würde, die daraus gegenüber den Juden gezogen wurde. Entgegen dem Programmversprechen (Punkt 11) die „Zinsknechtschaft zu brechen“, wurden den arischen Nutznießern des Zinssystems unter´m Schutz des NS-Staates die Kapitalwerte des eroberten Europas samt den Menschen als Zwangsarbeiter zur Ausbeu-tung, vielfach bis zum Tod, überlassen. Es darf dabei eine Kritik derjenigen Anhänger Gesells nicht fehlen , die sich 1933 dem NS-System zur Durchführung dieses Programmpunktes zur Verfügung stellten. Ebenso wenig darf eine Würdigung der Anhänger Gesells fehlen, die aus der Unvereinbarkeit der NS-Ideologie mit den Lehren Gesells Widerstand leisteten. In einer Erklärung zum 20. Juli sollte der Widerstand gegen das NS-System gewürdigt werden, während es um 1960 von führenden FSU-Funktionären noch Verurteilungen des Widerstands gab.

Die Angriffe gegen die Gesellbewegung heute orientieren sich auch am Verhalten von Teilen der Gesellbewegung in der NS-Zeit. Einer der letzten dieser Angriffe ist von Prof. Altvater in einer Ausarbeitung für „attac“ und im Berliner Wahlkampf hatte sich die HWP mit solchen Angriffen auseinander zu setzen. Eine Stellungnahme zu Prof. Altvater wird vorbereitet.

III. In der Bündnispolitik zur Durchse-tzung unserer Reformen kann es nur den schon genannten Rahmen vom linken Flügel von CDU bis zur LINKEN geben. Ein Bündnis, wie es in Nr. 9/1996 Prof. Jennetzki in der FSU-Zeitung „DER DRITTE WEG“ vertrat, nachdem er jeden „Schulterschluss zu Linken, Liberalen und Sozialisten“ ausschloss, das versteckt, aber erkennbar, ein Bündnis nach rechts anvisierte: „Wer kann denn wissen, ob wir nicht in kurzer Zeit auf das Wohlwollen von als abseitig erachteten Richtungen angewiesen sind, die man heute noch durch die Straßen jagt? steht wohl heute in der Gesellbewegung außerhalb jeder Diskussion. Es war daher eine Erleichterung und der erste Schritt zur Abkehr von rechten Tendenzen der sich umbenennenden FSU in HWP, als der Prof. und Freunde sich durch Austritt außerhalb der HWP stellten. Im übrigen sitzen die Leute, von denen er meinte, sie würden durch die Straßen gejagt, in Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg als NPD oder DVU in den Landtagen.

Noch gibt es weder in A3W, noch in der HWP programmatische Aussagen zur Ausländer-, Einwanderungs- und Asylpolitik. A3W ist über eine allgemeine Formulierung auch deshalb nicht hinausgekommen, weil das Kern-Programm, wie in Nr. 59 ALTERNATIVEN veröffentlicht, zwar in 9-Punkteschrift, aber auf eine Seite begrenzt, einige Fragen nur andeutet und andere noch weglässt. Wir hoffen viele weiterführende Vorschläge zu bekommen, z. B. wie sich NWO-Politiker dazu im Bundestag auf der Grundlage der Kernaussage in III. 5. äußern sollten. Diese Aussage liegt auf der gesamtmenschheitlichen Linie Gesells. Und nur sie kann Richtschnur für eine NWO-Partei sein, die zusätzlich im Namen ein Bekenntnis zu einer humanen Politik ablegt.

Und mit dieser ist die inhumane Praxis, die sich jeden Tag, jede Nacht an den Grenzen Europas auf Grund des Schengener Abkommens, dem die Bundesrepublik beitrat und das auch unter rot-grün praktiziert wurde, unvereinbar. Zwar sind die heutigen und künftig weiter anschwellenden Welt-Flüchtlingsströme eine Folge der Profitpolitik des Kapitalismus, der die Lebensräume von hunderten Millionen Menschen rücksichtslos zerstört, diese Menschen in unmenschliche Verelendung stürzt und durch Unterstützung diktatorischer Regime in Afrika, Asien Lateinamerika, immer mehr Menschen zur Flucht in den Norden zwingt, der sich durch Grenzbefestigungen an der Grenze der USA und Mexikos, an den Grenzen der „Festung“ Europa gegen „illegale“ Einwanderung sperrt und tausende Menschen zwingt über Mittelmeer und Atlantik mit unzulänglichen Booten Europa zu erreichen, was jährlich mehr als 1000 Menschen mit dem Leben bezahlen müssen. Gerade eine Bewegung, die eine bessere Welt will und auch reale Vorschläge dafür zu unterbreiten hat, darf die Lösung dieser Fragen nicht auf den Tag verschieben, an dem sie diese bessere Welt durchsetzt. Sie hat schon heute Antworten aus dem Geist Silvio Gesells zu entwickeln, der wesentlich zu den Sachlösun-gen für diese bessere Welt beigetragen hat und für den es nur eine Welt ohne Staatsgrenzen gab, die Eigentum aller Menschen dieser ungeteilten Welt ist, woraus sich das freie Niederlassungsrecht aller Menschen in dieser Welt ergibt und das Anrecht aller Menschen ungeachtet ihrer Hautfarbe, ihrer Religion auf den Ertrag der Erde, die Grundrente, den Bodenzins, insbesondere aus den Bodenschätzen, die weder privat, noch national anzueignen sind und unter internationales Recht zu stellen sind, um die ewigen Kriege um den Boden und seine Schätze zu beenden und die an die Erziehenden (in der Regel noch Mütter) als Erziehungsgehalt auszuzahlen sind – wiederum ungeachtet ihrer Hautfarbe und Nationalität.

In diesen Fragen ist das Programm von BZ-BÜNDNIS für die ZUKUNFT ein Stück weiter. In den Punkten „Minderheitenpolitik, Zuwanderung; Schutz für Verfolgte“ wird als (Fern)ziel grundsätzlich der Gesellsche Grundsatz des freien Niederlassungsrechts aller Menschen an jedem Punkt der Erde proklamiert, jedoch angesichts der hier schon bestehenden Integrationsaufgabe für Millionen Arbeits-lose und der schon hier lebenden Millionen Ausländer für „verfrüht“ erachtet. Das befriedigt ebenso wenig wie die Forderung nach „sinnvoller und zinsloser Entwicklungshilfe zur Beseitigung der sozialen Gründe für Fluchtbewegungen“ wie die im A3W-Programm ausgedrückte Hoffnung, dass die liberalsozialen Reformen, in einem Land eingeführt, ansteckend wirken, so dass immer mehr Friedensinseln zu Friedens und Zufluchtsregionen entstehen und mit der sozialen, ökologischen und politischen Befriedung der Welt die heutigen Weltflüchtlingsströme versiegen werden. Für Gesell waren die Antworten in einer Zeit völlig klar, in der es noch gerade beherrschbare regionale Flüchtlingsprobleme, aber nicht die heutigen und künftigen Weltflüchtlingsströme gab. Unsere heutigen Antworten werden mit ein Indiz dafür sein, ob wir gerade von den Kräften angenommen werden, die ebenfalls eine bessere Welt wollen – aus unserer Sicht noch mit unzu-reichenden Mitteln und die die Bewegung um die Ideen Gesells gerade aus den Gründen noch skeptisch bis gegnerisch betrachten, um die es in diesen Überlegungen vorwiegend geht.

Programmvergleich beider Parteien: Insgesamt sind die wichtigsten Punkte inhaltlich deckungsgleich, so dass gefragt werden muss, warum zwei Parteien. Die Erklärung liegt darin, dass z. Zt., als die Gespräche über die Bildung von BZ begannen, nicht zu erkennen war, dass die FSU von ihren rechten Tendenzen abrücken könnte. Leser von ALTERNATIVEN aus den Jahren 1995 – 2000 erinnern sich, dass darüber oft berichtet wurde und dass diese Tendenzen in der einjährigen Vorstandschaft von H. Benjes in der Weise einen Höhepunkt erreichten, dass dieser die Tendenzen deckte, statt sie in der Partei aufzuarbeiten. (Interessierte fordern von mir Unterlagen gegen Kopierkosten/Porto von E. 3,-an) Wer also damals eine von rechten Tendenzen freie NWO-Partei wollte, musste eine n e u e Partei gründen. Inzwischen sind solche Personen beim Namenswechsel ausgeschieden. Der neue Vorstand der HWP und BZ sollten ausloten, was sie noch voneinander trennt. Die Freunde von BZ sollten zusätzlich überlegen, ob nicht gerade durch ihre Mitarbeit in der HWP k ü n f t i g ein Aufflackern neuer rechter Tendenzen zu verhindern ist. Mitglieder und Freunde der Bürgerinitiative A3W, die als Wähler wie als Ex-Mitglieder mit den GRÜNEN gebrochen haben, sollten ebenfalls überlegen, (denkt an das eingangs erwähnte Wort Silvio Gesells vom Kampf auf den letztern 100 Metern), ob neben dem Aufbau der BI (für alle, die von Parteien überhaupt die Nase voll haben) nicht auch die Entwicklung und Förderung von HWP sinnvoll ist, um eben schon vor den von mir zitierten 30, 20, 10 Jahren in immer mehr Probewahlen zu testen, ob die NWO-Sache nicht von Wahl zu Wahl wählbarer und dadurch stärker wird – und ebenso wie Freunde von BZ, Versuchen von rechts, in der HWP Boden zu gewinnen, entgegen zu treten. Darüber möchte ich mit diesen Betrachtungen eine lebhafte Debatte schon in der Zeit des Jahreswechsels entfachen.

Wer von den NWO-Anhängern meint, NWO-Positionen derzeit sinnvoll in anderen Parteien zu vertreten, wofür nur das Spektrum ab linkem Flügel von CDU/CSU bis WASG, PDS, LINKE in Betracht kommt, soll dies ebenso tun, wie die LIBERALSOZIALEN in den GRÜNEN, die dort weiter arbeiten. Zu letzteren zähle auch ich noch, obwohl ich in wichtigen Fragen der Bundespolitik grün in der Koalition mit rot nicht unterstützen konnte. Das Instrument einer Bürger-initiative gibt eben den Spielraum für eine flexible Vielschritt-Strategie her. Es gestattet uns auf Regierungen und Parteien einzuwirken, in Parteien zu arbeiten, über den Aufbau einer breiten Basisbewegung Grundlagen für eigene Wahlteilnahmen zu schaffen und direkt NWO-Parteien zu fördern und durch diese breite Arbeit das künftige Bündnis zu entwickeln, das wir für einen politischen Durchbruch brauchen. Dabei können wir viele Anhänger der „Altparteien“ durch diese Arbeit mitneh-men und uns mit ganzen Flügeln jetziger Parteien verbrüdern, wenn sich immer stärker herausstellt, dass weder die jetzigen Großparteien, noch die Mittelparteien wie FDP, GRÜNE und LINKE mit ihren jetzigen Programmen die Probleme lösen können, noch dass sie bereit sind die liberalsozialen Thesen des dritten Weges der NWO Silvio Gesells aufzunehmen.

Der Bürgerinitiative für einen dritten Weg (A3W) kann dabei die Funktion einer Clearing- und Kooperationsstelle für den politischen Bereich der NWO-Bewegung oberhalb der Aufklärungsorganisationen (INWO – CGW) und der wissenschaftlich arbeitenden Gruppen (Sozialwiss. Gesellschaft – Seminar freiheitl. Ordnung) zukommen. In ihr kann mit den verschiedenen Gruppierungen und Partnern beraten werden, wann und wo ein gemeinsamer Einsatz gerade besonders sinnvoll ist. Beispiel dafür könnten sein , bei der nächsten Kommunalwahl in Thüringen die Wiederwahl eines NWO-Kandidaten auf einer PDS-Liste zu sichern, in Sachsen einen grünen Kreisverband zu stärken, der bei der letzten Wahl seine Sitze im Kreistag trotz oder eben wegen seines Einsatzes für REGIO-Geld verdoppelte und in Sachsen (warum gerade dort, wird in diesem Rundbrief noch erörtert) den Aufbau der HWP als NWO-Partei zu forcieren, damit dort baldmöglichst die Stärke der Gesamtbewegung bei einer Landtagswahl/Bundestagswahl festgestellt werden kann.

IV. Vorher soll die Gefahr einer möglichen Rechtsunterwanderung/Verschiebung der NWO-Bewegung oder Teile von ihr erörtert werden. Diese Möglichkeit sollte nicht so einfach als irreal abgetan werden, zumal rechte Kreise durchaus Annäherung an NWO-Positionen suchen, z. B. die NPD Sachsen, die im dortigen Landtag Fragen an die Regierung in Sachen REGIO-Geld stellte und dadurch eine Art Bündnis suggeriert, das unsererseits abzulehnen ist. In den kommenden Auseinandersetzungen sollte von der NWO-Bewegung viel stärker herausgestellt werden, und gerade von den NWO-Parteien, dass mit NWO-Reformen die Bundesrepublik ebenso vor einem Abgleiten in rechtsradikale Politiken bewahrt werden kann, wie die Weimarer Republik und Österreich z.B. durch Ausweitung der Freigeldprojekte von Schwanenkirchen und Wörgl vor dem Nationalsozialismus, bzw. Austrofaschismus. Damals wie heute war/ist nur die sich auf Gesell stützende Bewegung in der Lage, die Entwicklung nach rechts zu stoppen, die Folge der Unfähigkeit der demokratischen Parteien, die Krisen der Arbeit, des Sozialen, der Finanzen damals und heute zu überwinden war und ist.

So mischen sich heute Kräfte in die REGIO-Bewegung und in Teile der NWO-Bewegung hinein, die ihr einen politisch reaktionär/rückwärts orientierten Anstrich verpassen wollen, indem sie die FDM, die Freie Deutsche Mark heraus-geben, darauf eine DWG-Deutsche Wirtschaftsgemeinschaft aufbauen wollen. Das kombinieren sie mit der Ablehnung der BRD – Bundesrepublik Deutschland, die sie mit ihren Organen als juristisch nichtexistent betrachten, dagegen eine Exilregie-rung des 2. Deutschen Reiches, - nach ihren Bekundungen die Weimarer Republik, deren Verfassung an Stelle des Grundge-setzes sie für rechtsgültig halten - anerkennen und auffordern, deren Personalausweis/Reisepass und Führerschein/KFZ-Kennzeichen anzufordern. Diese politischen Sandkastenspiele brauchten uns nicht sonderlich zu interessieren, wenn sie nicht mit den Ideen Silvio Gesells vermischt, propagiert und bei Treffen von aus der FSU/HWP Ausgeschiedenen diskutiert und vorgetragen würden. Immerhin scheinen es dort (erst) Positionen von Außenseitern zu sein. --- Im Raum Chemnitz wurden kürzlich von einer Gruppe, deren Absender nicht eindeutig zu erkennen ist, NWO-Leute, darunter auch Mitglieder von A3W zu einem Treffen eingeladen, wo genau diese Mischung präsentiert wurde: Zinskritik, Geldreform und Werbung für die Papiere des 2. Deutschen Reiches. Außer den Leuten aus dem Chemnitzer Raum sind mir mindestens zwei Mitglieder von NWO-Organisationen bekannt, die diese Mischung vertreten. Genau das ist schädlich für die Bewegung insgesamt, denn diese Bestrebungen werden nicht diesen Personen und der Gruppe angelastet, in der sie diskutiert wer-den, sondern der gesamten NWO-Bewegung, wie auch frühere rechte Tendenzen in der FSU nicht nur dieser aufs Konto geschrieben wurden, sondern die Gesellianer werden insgesamt für das breite, von den linken Medien erreichbare linksliberale Spektrum als rechtsstehend verortet und erschweren gerade in diesen Kreisen, die wir für die weitere Ausbreitung brauchen, unsere Akzeptanz. --- Wer meint, wir müssten uns rechts von der CDU/CSU ausbreiten und gerade deshalb solche als „abseitig erachteten“ Bündnispartner suchen (Prof. Jennetzki), hilft aktiv mit, dass uns linksextremistische Gegner immer wieder erfolgreich in die rechte Ecke stecken können, denn er liefert ihnen immer wieder aktuelle Argumente hinzu. Die Bewegung und ihre Anhänger sind gehalten sich intensiv damit und mit diesen Vertretern auseinander zu setzen. In diesem Punkte folge ich Gesell nicht ganz, der schon 1924 in einer NWO-Zeitung erklärt hatte, (wer kann mir die Quelle genau sagen?) dass er seine Hoffnung aufgegeben habe, dass Menschen national/völkischer Herkunft durch Kenntnis und Erkenntnis seiner wirtschaftlichen Ideen von diesen Vorstellungen ablassen würden. Natürlich müssen wir mit ihnen ebenso diskutieren wie mit linksextremen Gegnern, um sie für den demokratischen Weg zurück zu gewin-nen, aber in der Sache gibt es nur ein klare Distanzierung.

V. Günstig für die Politisierung der NWO-Bewegung könnte Sachsen sein. Relativ zur Bevölkerung und Landesgröße hat es den wohl dichtesten NWOler-Stand, wenn man alle Gruppen und die Leser aller NWO-Zeitungen zusammen zählt. Dabei gibt es 4 Zentren: Dresden mit Elbtal, Leipzig, Erzgebirge mit Chemnitz und das Vogtland. Die Zwischengebiete und Ostsachsen haben einen, dünneren NWO Bestand. Bis auf wenige-A3W-Mitglieder, die dort in den GRÜNEN aktiv sind, könnte eine HWP, die in Sachsen eine klare Linie ohne rechten Tendenzen vertritt, durchaus von A3W und ihren Mitgliedern/Anhängern gestützt werden, zumal es erste Kontaktaufnahmen von A3W-Leuten zur HWP gibt, was sich in Gesprächen bei meiner letzten Sachsreise im November zeigte – auch seitens Freunden der NWO-Gruppe Dresden. Auch nahmen HWP-Mitglieder an meinen Diskussionen teil. An der Basis gibt es keine Berüh-rungsprobleme zwischen den jungen Leuten versch. NWO-Gruppen, so dass sich ein Sachsen-Treffen aller NWOler in Sachsen im kommenden Jahr durchaus anbietet – etwa als regionale Fortsetzung des allg. NWO-Kontakt-Treffens im März 2006 in der Silvio Gesell Tagungsstätte in Wuppertal, das nicht versanden sollte, und an dem Freunde aus Sachsen, auch von A3W, teilnahmen.

Für die örtlich-regionale Zusammenarbeit bietet sich das Modell Dresden an. Dort arbeiten Mitglieder verschiedener bundes- auch sachsenweit arbeitender Gruppen in der NWO-Gruppe Dresden zusammen, die sich wohl als unabhängig von diesen Organisationen oder allen gleich weit verplichtet fühlt. Die Mehrzahl der Dresdener FreundInnen dürfte wohl in keiner der landesweit tätigen Gruppen sein. Danach kämen Mitglieder der INWO. CGW und A3W sind in der Landeshauptstadt wenig vertreten, vermutlich ebenfalls die HWP. Die Arbeit als NWO-Dresden ermöglicht allen die Mitarbeit. Auf ihren INFO-Tischen liegt Material aller Gruppen. Dieses Modell bietet sich ebenso für Chemnitz, Leipzig, Plauen u. a. Orten an. In den drei genannten Orten sind alle Gruppen mit je wenigen Leuten vertreten, zusammen können sie eine respektable NWO-Gruppe bilden. Das schließt nicht aus, dass daneben die Anhänger der betreffenden Landesgruppen auch örtlich-regionale Gruppen bilden. Ich nenne diese 3 Orte, weil A3W z. B. dort je zwischen 2-4 Mitglieder hat. In Leipzig kam es vor 2 Jahren bereits zu einer gemeinsamen Veranstaltung von A3W und INWO. Die INWO-Uni-Gruppe besorgte kostenlos den Raum in der Uni und A3W stellte den Referenten, die Werbung wurde von beiden gemacht. Ähnlich war es jetzt in Dresden. NWO-Dresden machte die Organisation und A3W stellte den Referenten. Einzeln sind die jeweiligen Gruppen für größere Vorhaben zu schwach. Gemeinsam können sie was bewirken.

Ich kenne das Landeswahlgesetz Sachsen nicht. Wenn es ähnlich wie in Niedersachsen strukturiert ist, dürfte es bei der nächsten Landtagswahl (in 1 oder 2 Jahren) schwer sein, in allen Wahlkreisen Kandidaten aufzustellen, wenn man nur dort wählbar wird, wo ein Direktkandidat die nötigen Unterschriften schafft. Leichter dürfte es bei der BTW 2009 sein, weil dann die nötigen 2000 Unterschriften im ganzen Land zu sammeln sind, z: B;: durch Sammel-Konzentration auf Dresden, Leipzig, Chemnitz, Plauen. Schwieriger ist es bei Kommunalwahlen in größeren Orten oder in Kreisen, auch wenn es keine 5%-Hürde gibt.. Dort gibt es meist mehrere Wahlbereiche pro Stadt oder Kreis. Wählbar ist man nur, wo ein Kandidat die nötigen Unter-schriften erhält. Andere Wahlbereiche bringen keine Stimmen.

Eine Besonderheit in Sachsen ist die relativ starke Vertretung der Liberalsozialen in den GRÜNEN. Man kann davon ausgehen, dass 4 Kreisverbände (von ca. 20) stark auf liberalsozialer, also NWO-Linie liegen. Man kann von ca. 15-20 NWO-Leuten im Landesverband Sachsen ausgehen. Allerdings arbeiten sie noch nicht so stark organisiert zusammen, dass wichtige Ämter oder Kandidaturen von ihnen besetzt worden sind. Immerhin sollte in dieser Richtung gearbeitet werden. Um dort die Stellung dort zu halten, fallen einige Leute für den Aufbau einer NWO-Partei in Sachsen aus. M.W. hat BZ dort keine Mitglieder.

Wie könnte es jetzt weitergehen? Wichtig sind viele Meinungsäußerungen möglichst zu allen aufgeworfenen Fragen. Besonders wichtig sind die Meinungen des neuen Bundesvorstands der HWP und des Vorsitzenden der HWP-Sachsene . Ihre Positionen möchte ich gern den anderen FreundInnen weitergeben – auch in Nummer 60 ALTERNATIVEN. Von ihnen hängt nicht nur ab, ob und wie BZ reagiert, auch wie die Anhänger von A3W insgesamt und besonders in Sachsen reagieren und ob es in den Beziehungen der NWO-Gruppen untereinander, besonders im politischen Bereich, weiter beim Nebeneinander oder nach Wuppertal 2006 gar zu einer Abkühlung der Beziehungen oder eben zu einer Zusammenarbeit in dem Sinne kommt, wie sie vorstehend als Vision anvisiert wurde.

Sachsen ist - auch bedingt durch meine Vorträge – auch in VHS und attack-Gruppen - und bedingt durch meine Herkunft - für mich Schwerpunkt-Region. Sachsen ist auch für A3W das bisher am stärksten organisierte Bundesland. Der A3W-Vorstand wird die Ergebnisse dieser Vordiskussion – eingleitet durch diesen Rundbrief –auswerten und entscheiden, wie er in Sachsen den Aufbau der NWO-Arbeit auch finanziell schwerpunktmäßig dort fördert, wo die Freunde verschiedener NWO-Gruppen mittelfristig eine kontinuierliche Arbeit gewährleisten. Vorschläge dafür nehmen wir schon jetzt gern entgegen – ebenfalls Spenden zum Ausbau Sachsens für die NWO-Bewegung auf das Konto A3W – Alternative Dritter Weg Nr. 31 000 12371 Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, abgekürzt Spk-ON, BLZ: 850 501 00

Ihr Georg Otto

31079 Eberholzen, Gänseberg 11 Mail: alternative-dritter-weg@t-online.de ---www.alternativen.biz