Die Vormachtstellung des Kapitals wurde bereits von früheren Bundesregierungen erkannt und anerkannt.

Wie die Vormacht des Kapitals, mit Geldstreik die Politik unter ihre Interessen zu zwingen, auch bewusst akzeptiert wurde, zeigten W. Brandt und sein Wirtschaftsminister Prof. Karl Schiller 1972 auf dem SPD-Sonderparteitag zur Finanzierung der „Inneren Reformen“ zum Hannover-Antrag, wo der Jungsozialist G. Schröder aktiv war, die Spitzensteuer auf 56% zu erhöhen: „Genossen, wollt Ihr die Belastbarkeitsgrenze des Kapitals erproben? Darauf reagiert das Kapital mit Verweigerung von Investitionen, also mit Kapitalstreik – und in der folgenden Krise werden wir von den Arbeitslosen abgewählt“! Zwar erkannte Kanzler Brandt die zentrale Machtstellung des Geldkapitals – aber statt die Partei im Kampf gegen sie zu organisieren und durch Übernahme der liberalsozialen Forderungen, die damals ein liberalsozialer Arbeitskreis in der SPD vertrat, unterwarf er sich mit samt der SPD dem Kapitalismus und seiner Ausbeutungsordnung.

Vincent Cartwright Vickers, englischer Großkapitalist und 1911-1919 Gouverneur der Bank von England, damals Zentrale des Weltkapitalismus, also der Generalsekretär dieses Systems gerade in der Zeit der Weichenstellung zum 1. Weltkrieg, rechnete 1939 auf seinem Totenbett in „Wirtschaft als Drangsal“ mit diesem System, dem er diente, ab, und geißelte das Finanzsystem als unvereinbar mit Demokratie – eines müsse dem anderen weichen. Bisher die Demokratie der Finanzherrschaft.

Die Graphiken zeigen: Der Zinseszins bereichert pro Jahr die Reichen ohne eigene Arbeit um bald zwei Bundeshaushalte

Damit könnte viele Probleme im Bereich Bildung, Gesundheit, Senioren , Kinder und Jugend, Umwelt und Integration von Migranten gelöst und finanziert werden. An der unsozialen Steuerreform von rot grün wirkte die CDU durch den Kompromiss im Bundesrat ebenso mit wie durch die Verschärfung der HARTZ-Gesetze.



Erst mit einer Alternative zum privat verfassten Kapitalismus des Westens und zum Ex-Staatskapitalismus sowjetischer Prägung sind Ausstiegsstrategien aus dem Kapitalismus entwickeln. Sonst bleibt auch diese Koalition - wie auch rot-grün - Helfershelfer des Kapitals und kann die KRISEN der Arbeit, Gerechtigkeit. Finanzen nur mildern, wie im jetzigen „Aufschwung“ die Arbeitslosigkeit. Auch rot-grün wurde 1998-2001 von einer kurzen Zwischenkonjunktur begünstigt mit Senkung der Arbeitslosigkeit um fast 500. 000, die danach im erneuten Abschwung um 1 Million stieg!